Ich plane Balance. Mein Körper plant Abenteuer.


Zwischen Alarmmodus und Winterschlaf
Oder: Mein Körper kennt nur Extreme
Mein Körper kennt keine Kompromisse. Entweder Fresskoma oder Seniorenmodus. Dazwischen scheint es keinen Vertrag zu geben.
In Phasen, in denen ich im Kaloriendefizit bin, passiert etwas Faszinierendes: Ich wache auf wie eine rüstige 89-Jährige, die überzeugt ist, dass 4:37 Uhr ein völlig legitimer Start in den Tag ist. Egal wann ich ins Bett gehe – mein Körper sagt: „Aufstehen. Haushalt. Büro. Überleben sichern.“
Willkommen im Steinzeit-Modus.
Das Ironische: Ich gehe nicht hungrig schlafen. Ich tracke meine Kalorien brav in der App, esse meine Mahlzeiten, verteile alles ordentlich. Rational ist alles im grünen Bereich. Biologisch interessiert das meinen Körper allerdings exakt null. Für ihn zählt nur:
Weniger Energie = möglicher Mangel = Aktivierungsmodus.
Und dieser Aktivierungsmodus ist kein Mythos, sondern Neurobiologie. Wenn die Energiezufuhr sinkt, schaltet der Körper auf Wachsamkeit.
Stresshormone steigen, das Nervensystem wird aktiver, der Schlaf leichter. Aus evolutionärer Sicht genial. Wer früher Hunger hatte, musste früh wach sein, um Nahrung zu finden. Wer liegen blieb, wurde selbst zum Frühstück.
Dann gibt es die andere Seite. Die Phase, in der ich nicht im Defizit bin, sondern eher … nennen wir es großzügig: Energetisch sehr gut versorgt. In diesen Zeiten verwandelt sich mein Körper in ein Faultier auf Baldrian. Nach dem Essen werde ich schwer, ruhig, schläfrig. Mein Nervensystem schaltet in den Verdauungsmodus, mein Blutzucker fährt Achterbahn und mein Organismus denkt offenbar: „Aktivität ist überbewertet. Wir regenerieren jetzt.“
Ergebnis: Tagsüber schlafen. Nachts schlafen. Morgens trotzdem schlafen.
Kurz gesagt: Mein System kennt zwei Betriebszustände — Alarmmodus oder Winterschlaf.
Was ich eigentlich wollte, war etwas ganz anderes: Ein leichtes Defizit, gute Energie, klarer Kopf, stabile Nächte. Stattdessen habe ich gelernt: Mein Körper liest keine Excel-Tabellen. Er reagiert nicht auf Zahlen, sondern auf Sicherheit. Und Sicherheit bedeutet für ihn nicht „Kalorienziel erreicht“, sondern: Fühlt sich die Energieversorgung
stabil an?
Je stärker das Defizit, desto eher denkt mein Nervensystem offenbar: „Gefahr.“
Und Gefahr bedeutet: Wach bleiben, wach sein, früh aufstehen. Nicht, weil ich alt bin. Sondern weil mein Körper glaubt, ich müsste Mammuts jagen. (Was evolutionär gesehen noch nicht mal meine Aufgabe wäre.)
Die gute Nachricht: Mir ist das frühe Aufwachen tatsächlich lieber als das Fresskoma-Szenario. Ich liebe Schlaf, ich liebe Essen — aber ich liebe es auch, wach, klar und lebendig zu sein. Und wenn mein Körper beschließt, morgens um fünf geschniegelt und gebügelt am Start zu sein, dann spiele ich eben mit. Notfalls mit strategischem Mittagsschlaf. Genau wie sehr weise Senioren das seit Jahrhunderten tun.
Ich bin nicht extrem — ich bin wie ein Hightech-Frühwarnsystem mit eingebautem Schlaf-Update: Mein Körper reagiert einfach schneller als andere.
Stay wonderful!
Deine Anne
Wichtiger Hinweis
Mein Angebot richtet sich ausschließlich an psychisch gesunde Menschen. Ich bin Coach – kein Arzt und keine Therapeutin. Meine Arbeit ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung.
Wenn du unsicher bist, ob Coaching für dich geeignet ist, wende dich bitte an deinen (Haus)arzt oder eine therapeutische Fachperson. Dort bekommst du eine fundierte Einschätzung und gegebenenfalls die passende Unterstützung.
Kostenlose Hilfe und Beratung findest du auch unter: www.116117.de
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