Gefühle. Oder: Warum du in den Scheißhaufen trittst.


Gefühle erzeugen den besten Kaffee der Welt – oder den größten Scheißhaufen.
Ich tappe gerne mal in die Falle. Und ja, ich bin gerade schon wieder dabei, mir das bewusst zu machen. Nobody is perfect. Trial & Error. Manchmal nervt es mich ehrlich gesagt, dass ich nicht unfehlbar bin. Dass ich mich nicht einfach immer an das halte, was ich längst weiß. Denn eigentlich ist es ganz simpel: Gefühle sind im Endeffekt das, was ich nach außen strahle. Kurzgefasst. Und da gibt es diese eine Sache, die ich schon tausendmal gehört habe – und trotzdem immer wieder vergesse: Gleiches zieht Gleiches an.
Wenn ich morgens aufwache und denke: „Oh, heute ist ein schöner Tag“, dann gehe ich aus der Haustür, lächle vielleicht sogar fremde Menschen an – und zack, irgendwie passiert lauter Nettes. Kleine Dinge. Zufälle. Gute Gespräche. Ein Kaffee, der genau richtig schmeckt. Wenn ich aber aufwache und denke: „Boah. Heute ist ein Scheißtag“, dann rate mal, was passiert. Ich gehe aus der Haustür und trete in einen Scheißhaufen. Mindestens gefühlt. Manchmal auch ganz real.
Was ich dabei nie vergessen darf: Ich strahle in jeder einzelnen Minute das aus, was ich fühle. Nicht das, was ich gerne fühlen würde. Nicht das, was ich nach außen vorspiele. Sondern das, was wirklich da ist. Wenn ich fröhlich bin, nehme ich lauter schöne Dinge wahr, lache mehr, bin entspannter. Wenn ich ängstlich bin, sehe ich überall Risiken, ziehe mich zurück und wundere mich, warum sich mein Leben plötzlich so mies anfühlt. Und wenn ich wütend bin, ziehe ich genau das an, was mich noch mehr aufregt. Menschen, Situationen, Gespräche, bei denen ich innerlich denke:
„Na klar. Musste ja so kommen.“ (Stichwort: andere Autofahrer.)
Murphysches Gesetz lässt grüßen.
Und genau hier wird’s spannend:
Gefühle haben nämlich zwei Jobs gleichzeitig.
Auf der einen Seite sind sie das, was ich ausstrahle. Meine Grundstimmung, meine Energie, mein Blick auf die Welt. Der beste Kaffee der Welt – oder eben der größte Scheißhaufen.
Auf der anderen Seite sind Gefühle aber auch ein Hinweis. Ein Signal. Ein inneres „Hallo, hier stimmt gerade was nicht“ oder auch „Davon will ich mehr“.
Gefühle sind also nicht das Problem.
Sie sind die Nachricht.
Gestern hat meine Tochter mir einen Spiegel vorgehalten. „Mama, du musst was ändern. Du bist nicht glücklich. Man merkt das. Du strahlst das aus.“ Autsch! Und ja: Ich habe zugenommen, ich bin gerade nicht in meiner Mitte. Ich funktioniere, aber ich leuchte nicht. Das war kein Vorwurf, sondern eine Tatsache. Und auch wenn es kurz weh tut, bin ich dankbar dafür. Kinder fühlen das.
Die sehen klar. Ohne Filter, ohne Schönreden.
Gefühle wollen gefühlt werden und sind im Endeffekt auch nur ein Handlungsbedarfssignal. Die eigentliche Frage ist nicht nur: Was fühle ich gerade? Sondern: Warum fühle ich mich so? Was drücke ich weg? Was lebe ich gerade nicht? Denn Gedanken machen Gefühle und Gefühle machen Handlungen. Und wenn ich denke: „Wie soll das denn gehen? Das kann nicht gut gehen.
Was mache ich, wenn das schiefgeht?“, dann sehen meine Handlungen auch genauso aus.
Wenn ich aber denke: „Ja, mache ich. Ich probiere das aus. Ich finde schon eine Lösung. Irgendwie komme ich immer ans Ziel. Und wenn nicht, lerne ich halt was draus“, dann fühlt sich mein Körper sofort anders an. Weicher. Weiter. Klarer.
Und vor allem: Ich komme in die Handlung – auch wenn es wehtut.
Der Erfinder von Mickey Mouse hat mal gesagt:
Alles, was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erreichen.
Vielleicht geht es gar nicht darum, sofort alles zu erreichen, sondern erst mal ehrlich hinzuschauen. Zu merken: Ich bin gerade nicht glücklich. Und das ist kein Scheitern, sondern ein Hinweis. Denn was ich mir vorstellen kann, kann ich fühlen. Und was ich fühle, strahle ich aus. Und was ich ausstrahle, ziehe ich an. Also erinnere ich mich jetzt ganz bewusst wieder daran, mich ernst zu nehmen.
Und wenn ich morgen denke: „Heute wird ein Scheißtag“, ziehe ich mir lieber vorher andere Gedanken an. Spart mir im Zweifel den Tritt in den Scheißhaufen. 😉
Stay wonderful!
Deine Anne
Wichtiger Hinweis
Mein Angebot richtet sich ausschließlich an psychisch gesunde Menschen. Ich bin Coach – kein Arzt und keine Therapeutin. Meine Arbeit ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung.
Wenn du unsicher bist, ob Coaching für dich geeignet ist, wende dich bitte an deinen (Haus)arzt oder eine therapeutische Fachperson. Dort bekommst du eine fundierte Einschätzung und gegebenenfalls die passende Unterstützung.
Kostenlose Hilfe und Beratung findest du auch unter: www.116117.de
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