Berufliche Neuorientierung: Mut zu neuen Wegen
Quereinstieg, Selbstständigkeit oder Hobby zum Beruf machen? Entdecke deine Talente, überwinde Selbstzweifel und finde neue berufliche Perspektiven.


Was würdest du beruflich machen, wenn alles möglich wäre?
Wann hast du das letzte Mal so richtig groß geträumt? Ohne sofort deinen Kontostand zu überprüfen, deinen Lebenslauf gedanklich durchzugehen oder darüber nachzudenken, was andere Menschen von deiner Idee halten könnten?
Stell dir vor, du könntest deinen beruflichen Weg noch einmal völlig frei gestalten. Unabhängig davon, was du bisher gemacht hast, welche Ausbildung du besitzt oder wie alt du inzwischen bist.
Was würdest du tun?
Interessanterweise fällt uns auf diese Frage häufig ziemlich schnell etwas ein. Noch schneller sind wir allerdings darin, uns zu erklären, warum das alles überhaupt nicht infrage kommt.
Dafür fehlt mir die Ausbildung. Damit kann man doch kein Geld verdienen. Dafür bin ich inzwischen zu alt. Wer soll mich denn bitte ernst nehmen?
Und schon hat unsere innere Berufsberatung den schönen Traum fachgerecht zerlegt. Vielen Dank auch!
Dabei haben wir noch nicht einmal herausgefunden, welche Möglichkeiten es tatsächlich gäbe.
Was würdest du machen, einfach weil du es liebst?
Erinnerst du dich noch daran, was du als Kind werden wolltest? Damals waren unsere Vorstellungen häufig herrlich unkompliziert. Wir wollten etwas machen, weil es uns faszinierte, Spaß versprach oder wir uns unglaublich darauf freuten.
Irgendwann kamen Schule, Ausbildung, Erwartungen und die berühmte Frage dazu, was denn eigentlich vernünftig wäre. Wir haben Entscheidungen getroffen, Berufe erlernt und unseren Platz im Arbeitsleben gefunden.
Nur bedeutet eine vernünftige Berufswahl nicht automatisch, dass wir damit für den Rest unseres Lebens glücklich sein werden.
Vielleicht hast du längst etwas entdeckt, das dich viel mehr begeistert als deine ursprüngliche Ausbildung. Du bist unglaublich kreativ, gestaltest schöne Dinge, fotografierst, malst oder hast ein Hobby, bei dem du regelmäßig völlig die Zeit vergisst.
Du fängst an, bist voller Ideen und plötzlich ist es draußen dunkel. Flow eben!
Dahinter steckt häufig intrinsische Motivation. Du beschäftigst dich mit etwas, weil dir die Tätigkeit selbst Freude bereitet, ganz unabhängig davon, ob dich jemand dafür bezahlt oder bewundert.
Dabei ist Begeisterung nicht zwangsläufig dasselbe wie Talent.
Du kannst hervorragend organisieren und trotzdem überhaupt keinen Bock darauf haben, den ganzen Tag irgendwelche Abläufe zu koordinieren. Vielleicht bist du ausgesprochen gut darin, für andere Menschen Lösungen zu finden, möchtest dich beruflich aber viel lieber kreativ austoben.
Nur weil du etwas besonders gut kannst, bist du noch lange nicht dazu verpflichtet, es zu deinem Beruf zu machen.
Viel interessanter ist doch, womit du dich freiwillig beschäftigst, worüber du ständig mehr erfahren möchtest und was dich auch dann begeistert, wenn niemand zuschaut.
Wer hat eigentlich beschlossen, dass du das nicht kannst?
Manchmal stehen uns weniger unsere tatsächlichen Fähigkeiten im Weg als die Vorstellungen, die wir über uns selbst entwickelt haben.
Wir haben irgendwann gelernt, wofür wir angeblich geeignet sind und welche beruflichen Möglichkeiten Menschen mit unserem bisherigen Lebenslauf offenstehen.
Kein entsprechendes Studium? Dann wird das wohl nichts. Seit zwanzig Jahren in einem anderen Beruf? Dafür ist der Zug vermutlich abgefahren.
Wer hat das eigentlich festgelegt?
Natürlich gibt es Berufe, für die bestimmte Abschlüsse, Qualifikationen oder Zulassungen erforderlich sind. Aber die Arbeitswelt besteht glücklicherweise nicht ausschließlich aus geradlinigen Lebensläufen.
Es gibt Quereinstiege, Weiterbildungen, praktische Qualifizierungsmöglichkeiten und die Chance, sich mit einer eigenen Idee selbstständig zu machen.
Vielleicht faszinieren dich Immobilien, Aktien, Kryptowährungen oder das Unternehmertum. Vielleicht liebst du Fitness und möchtest eigenen Content entwickeln. Oder du malst seit Jahren Bilder, die inzwischen sämtliche freien Wände deiner Wohnung schmücken.
Warum sollten solche Interessen grundsätzlich auf deine Freizeit beschränkt bleiben?
Du könntest dich über berufliche Möglichkeiten informieren, erste Erfahrungen sammeln oder ausprobieren, wie sich deine Leidenschaft in eine eigenständige Tätigkeit verwandeln lässt.
Dafür braucht es nicht gleich eine Kündigung, einen Kredit und einen Businessplan mit fünfjähriger Umsatzprognose.
Zwischen einem spontanen beruflichen Komplettausstieg und dem Gedanken „Daraus wird sowieso nichts“ liegt schließlich jede Menge Spielraum.
Und vielleicht darfst du auf diesem Weg noch einiges lernen. Ist das nicht eigentlich eine ziemlich spannende Aussicht?
Zeig doch mal, was du kannst!
Vielleicht bekommst du schon seit Jahren Komplimente für etwas, das du machst. Ein Freund sagt dir immer wieder, dass du dafür ein unglaubliches Talent hast. Oder jemand fragt dich, ob du deine Arbeiten eigentlich auch verkaufst.
Und du winkst ab. Ach, das ist doch nichts Besonderes!
Ähm, doch. Vielleicht eben schon.
Wir neigen manchmal dazu, das geringzuschätzen, was uns selbst leichtfällt. Dabei können ehrliche Rückmeldungen ziemlich aufschlussreich sein. Gerade dann, wenn uns unterschiedliche Menschen unabhängig voneinander auf dieselbe Fähigkeit aufmerksam machen.
Nimm solche Komplimente ruhig ernst. Du könntest beispielsweise eine kleine Website erstellen, deine Arbeiten präsentieren oder mit einem eigenen Angebot erste Erfahrungen sammeln.
Besonders spannend finde ich, was passiert, wenn Menschen etwas wirklich aus Freude heraus machen. Diese Begeisterung ist häufig regelrecht ansteckend. Man merkt, ob jemand mit Leidenschaft bei der Sache ist oder hauptsächlich versucht, möglichst schnell etwas zu verkaufen.
Daraus kann eine ganz eigene Resonanz entstehen. Menschen werden neugierig, erzählen anderen davon oder melden sich, weil ihnen gefällt, was du machst.
Natürlich ist Begeisterung keine Umsatzgarantie. Aber eine ziemlich gute Voraussetzung dafür, überhaupt Interesse an deiner Arbeit zu wecken.
Und dann lohnt es sich, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Such den Austausch mit Menschen, die bereits Erfahrungen in deinem Wunschbereich gesammelt haben. Viele teilen ihre Begeisterung und ihr Wissen gerne, beantworten Fragen oder erzählen, welche Umwege sie selbst gegangen sind.
Vielleicht ergibt sich daraus sogar eine Mentoring-Beziehung. Jemand, der dich unterstützt, dir wertvolle Impulse gibt und gelegentlich auch einmal sagt, wenn du gerade ziemlichen Blödsinn planst.
So jemanden kann man schließlich ebenfalls gut gebrauchen.
Und was, wenn es richtig gut wird?
Wir Menschen sind erstaunlich talentiert darin, uns mögliche Misserfolge auszumalen. Was, wenn ich scheitere? Was, wenn mich niemand ernst nimmt? Was, wenn meine Idee überhaupt nicht funktioniert?
Unser Kopf hat für solche Fälle offenbar eine eigene Katastrophenabteilung eingerichtet. Rund um die Uhr besetzt, selbstverständlich.
Dabei könnte die Zukunft durchaus auch erfreuliche Überraschungen bereithalten.
Was, wenn es richtig gut wird?
Vielleicht entdeckst du eine berufliche Tätigkeit, die dich so sehr begeistert, dass du dich sonntags tatsächlich wieder auf den Montag freust.
Natürlich wird auch dein Traumberuf nicht ausschließlich aus Sonnenschein, Begeisterung und bezahlten Kaffeepausen bestehen. Aber grundsätzlich Freude an dem zu haben, womit du einen großen Teil deiner Lebenszeit verbringst, ist doch eine verdammt schöne Vorstellung.
Manche Ideen entwickeln sich anders als geplant. Andere wachsen weit über das hinaus, was wir uns ursprünglich zugetraut hätten. Gerade darin liegt doch auch ein Stück Abenteuer.
Du musst nicht wissen, wie die Geschichte ausgeht, bevor du das erste Kapitel beginnst. Vielleicht wird nicht jeder Versuch funktionieren. Aber du gibst dir zumindest die Gelegenheit, herauszufinden, was entstehen könnte. Und statt vorsichtshalber vom Schlimmsten auszugehen, könnten wir doch zur Abwechslung einmal damit rechnen, dass etwas richtig Gutes dabei herauskommt.
Vielleicht ist das, was du bisher für einen unrealistischen Traum gehalten hast, einfach eine Möglichkeit, die du noch nie ernsthaft ausprobiert hast.
Man hört ja immer wieder, dass Menschen am Ende ihres Lebens vor allem die Dinge bereuen, die sie sich nicht getraut haben.
Wäre doch ziemlich bescheuert, wenn ausgerechnet deine beste Idee irgendwann auf dieser Liste landet, oder?
Stay wonderful!
Deine Anne
Wichtiger Hinweis
Meine Arbeit dient der persönlichen Begleitung und Selbstreflexion und ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung.
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